Fledermäuse in der Michaelskirche

Betrachtet man die Umgebung der Michaelskirche im Luftbild von oben, zeigt sich nicht nur die dichte Altstadtbebauung, sondern an Brücken- und Neckarstraße auch eine Schneise zu Gehölzbeständen und so eine gute Anbindung an das nahe Waldgebiet und das Holderbachtal. Zudem ist der Neckar Luftlinie nur ca. 200 Meter entfernt. Gute Startbedingungen für die Bewohner unserer Michaelskirche!
 
Dass Fledermäuse im Turm der Michaelskirche regelmäßig Quartier beziehen, ist bekannt. Dafür wurde die Kirchengemeinde schon im Jahr 2008 vom Naturschutzbund (NABU) ausgezeichnet. Im Allgemeinen ist der Turm aber nicht zugänglich. So bleiben die Fledermäuse weitgehend unter sich und werden nur sehr selten erspäht.
Im Vorfeld der geplanten Turmsanierung fand jedoch kürzlich durch Experten wieder eine Quartierkontrolle statt. Dabei konnte sicher nachgewiesen werden, dass aktuell drei verschiedene Fledermausarten in der Michaelskirche heimisch sind.
 
Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) gehört zu den kleinsten heimischen Arten. Mit einer Körperlänge von maximal 5,1 Zentimeter und einem Gewicht von nur fünf Gramm liegt sie in der Dimension eines Stückes Würfelzucker.
 
Das Große Mausohr (Myotis myotis) dagegen ist mit rund 40 Zentimeter Flügelspannweite die größte Fledermausart in Deutschland. Ihre Vorliebe für Kirchen ist gut bekannt - daher wird sie auch gerne als "Kirchenmaus" bezeichnet.
 
Das Graue Langohr (Plecotus austriacus) hat seinen Namen von den fast körperlangen Ohren und einem grauen Rückenfell. In Baden-Württemberg gilt es aks vom Aussterben bedroht. Es gibt Hinweise, dass die Michaelskirche von einer Kolonie als Wochenstubenquartier genutzt wird.
 
Der Schutz "unserer" Fledermäuse wird bei den geplanten Arbeiten natürlich angemessen berücksichtigt; Details dazu sind noch mit den entsprechenden Stellen abzusprechen.
 
aus: Gemeindebrief Oktober / November 2020